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30.09.2020

«Als Schweizerin musst du dich erst beweisen»

aargauersport.ch

Fabio Baranzini

In unserer Rubrik «Im Fokus» stellen wir einmal im Monat einen Sportler oder eine Sportlerin aus dem Kanton Aargau vor, die mit ihren Leistungen für Aufsehen gesorgt hat. Diesmal ist es Volleyball-Profi Laura Künzler, die mit ihrem neuen Verein Venelles den Cup in Frankreich gewonnen hat.

Das Final4-Wochenende des Französischen Cups war für Laura Künzler ganz speziell. Im Halbfinal traf die 23-jährige Aargauerin im ersten Pflichtspiel für ihr neues Team Venelles auf Mulhouse. Ausgerechnet Mulhouse. Der Verein, bei dem Künzler letzte Saison unter Vertrag stand und bei dem der Trainer nicht auf die Aussenangreiferin aus Neuenhof setzen wollte. «Ich war vor dem Spiel schon sehr nervös und spürte viel Druck. Ich wollte mir unbedingt beweisen, dass ich die nötigen Qualitäten habe, um auch bei wichtigen Spielen eine gute Leistung abzurufen. Und natürlich wollte ich auch das Vertrauen meines neuen Teams rechtfertigen», so Künzler.

Und das gelang ihr vorzüglich. Gleich mit 3:0 fertigte Venelles die Favoritinnen auf Mulhouse ab und zog in den Final ein. Laura Künzler stand die ganze Zeit über auf dem Feld und zeigte eine starke Partie. «Wir zeigten eine krasse Leistung. Dieser Sieg gab uns als neu zusammengewürfeltes Team natürlich viel Selbstvertrauen.» Beflügelt vom Halbfinaltriumph powerten Laura Künzler und ihre Teamkolleginnen gleich weiter und krönten das Final4-Wochenende mit dem Cupsieg. «Der Titel kommt völlig unerwartet. Wir sind einfach überglücklich, dass es geklappt hat und können es kaum glauben», freut sich Laura Künzler, die im Final als Topskorerin ausgezeichnet wurde.

Der Reiz des Unbekannten

Für die 23-Jährige ist es der erste grosse Titel in ihrer Karriere. Ein Erfolg, den sie selber als den bislang grössten ihrer Karriere bezeichnet. Und das will einiges heissen, denn bereits jetzt gehört Laura Künzler zu den erfolgreichsten Schweizer Volleyballerinnen überhaupt. Ihr Talent stellte sie bereits früh unter Beweis. Nach ihren Anfängen bei Volley Neuenhof und dem VBC Kanti Baden spielte sie während ihrer Zeit an der Sportkanti in Aarau bereits in der Nationalliga A bei Sm’Aesch Pfeffingen und wurde für die A-Nationalmannschaft aufgeboten.

Doch damit nicht genug. Auch im Beachvolleyball war Laura Künzler erfolgreich. Sie vertrat die Schweiz gar an einer U18-EM. Dann aber musste sie sich entscheiden. Die Wahl fiel aufs Hallenvolleyball. Und das obwohl es in der Schweiz bis zu jenem Zeitpunkt mit Anne-Sylvie Monnet in den 80er Jahren erst eine Schweizerin gab, die sich international als Profi durchsetzen konnte. Im Gegensatz zum Beachvolleyball, wo mehr Schweizerinnen den internationalen Durchbruch geschafft hatten. Für Laura Künzler waren die mangelnden Vorbilder aus dem eigenen Land aber kein Hinderungsgrund. Im Gegenteil. «Genau das hat mich gereizt. Ich wollte schauen, wie weit ich es als Schweizerin im Hallenvolleyball bringen kann», sagt Laura Künzler, die mittlerweile Captain des Schweizer Nationalteams ist.

Harter Konkurrenzkampf

Ihre erste Profistation waren die Roten Raben Vilsbiburg in der Deutschen Bundesliga. Direkt nach der Kanti wagte sie diesen Schritt. Und obwohl sie von Anfang an Stammspielerin war und mit Trainer Timo Lippuner auf einen alten Bekannten traf, waren die ersten Monate nicht einfach. «Ich musste meiner Familie und meinem Freund ‘tschüss’ sagen und begann in Deutschland bei null. Ich habe gerade am Anfang viele Fehler gemacht und musste erst Erfahrungen sammeln, wie ich mich in diesem neuen Umfeld zurechtfinde. Auch der Konkurrenzkampf war viel härter. Als Schweizerin wirst du da auch ein wenig belächelt und musst dich erst beweisen. Das war schon eine grosse Umstellung im Vergleich zu meiner Zeit in Pfeffingen, wo ich immer sehr stark gefördert, aber auch behütet wurde.»

Plötzlich nicht mehr Stammspielerin

Laura Künzler setzte sich durch. Zwei Jahre spielte sie in Deutschland. Dann suchte sie eine neue Herausforderung. «Ich hatte fünf Jahre in Folge unter Timo Lippuner gespielt. Es war für mich an der Zeit, einen neuen Trainer und eine neue Spielphilosophie kennenzulernen. Und am liebsten gleich auch noch eine neue Liga.» Es folgte der Wechsel nach Frankreich zum Spitzenteam Mulhouse. Dort stand Laura Künzler vor einer neuen Herausforderung: Zum ersten Mal war sie nicht mehr Stammspielerin. «Daran bin ich als Spielerin gewachsen. Ich habe enorm viel profitiert, aber es wurde mit der Zeit auch frustrierend, dass ich trotz guten Trainingsleistungen das Vertrauen des Trainers nicht bekommen habe», blickt Laura Künzler zurück.

Für sie war daher klar: Eine zweite Saison als Ersatzspielerin kommt nicht in Frage. Darum der Wechsel zu Venelles, wo Laura Künzler mithelfen soll, den Verein in die Top 4 Frankreichs zu führen. Im Cup hat das schon vorzüglich geklappt. Nun soll es auch in der Meisterschaft gelingen. Dafür trainiert Laura Künzler hart. Zehn bis zwölf Trainingseinheiten à 2 bis 2,5 Stunden stehen pro Woche auf dem Programm. Und trotzdem findet sie daneben noch Zeit für ein Fernstudium in Kindheitspädagogik. Eine beeindruckende Leistung.

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